Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Gmunden, 05.Mai 2021

 

Das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Österreichischen
UNESCO-Kommission nimmt drei neue Elemente auf: das Anklöpfeln in Stans, das Flammen von Keramik sowie das Trockensteinmauern. Damit sind nun 136 österreichische Traditionen im Verzeichnis gelistet.

 

Unter dem Begriff ‚Immaterielles Kulturerbe’ werden weltweit seit 2003 vielfältige gelebte Traditionen von der UNESCO dokumentiert und geschützt. Ob darstellende Kunst, Bräuche, Feste, Naturwissen oder Handwerkstechniken – alle Formen des immateriellen Kulturerbes sind immer von menschlichem Wissen und Können sowie einer Vielfalt von Fertigkeiten
getragen. Mit der Sichtbarmachung von Bräuchen und Praktiken entsteht ein neues
Verständnis für regionale Besonderheiten, und es wird ein wertvoller Beitrag zu deren
Erhaltung geleistet.

 

Seit 2010 führt die Österreichische UNESCO-Kommission das nationale Verzeichnis des
immateriellen Kulturerbes in Österreich. Mit 05. Mai 2021 wurde das Verzeichnis um drei
weitere Elemente kultureller Ausdrucksformen und lebendiger Traditionen erweitert. Ein Fachbeirat der Österreichischen UNESCO-Kommission entscheidet jährlich über
Neuaufnahmen. Das österreichische Verzeichnis zählt mittlerweile 136 Eintragungen.

 

Die drei Neuaufnahmen im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes per 05. Mai 2021

Bereich: Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste

Das Anklöpfeln in Stans in Tirol ist ein, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts überlieferter,
Klöpfelnachtbrauch in eigentümlicher und dramaturgischer Form. Nur alle zehn Jahre geht er an den Advent-Samstagen über die Bühne, indem ein ca. 30-köpfiger Tross, bestehend aus dem Hohen Priester, Bacchus, Urbal, Ministranten und Leviten, prozessionsartig Bauernhöfe und Gasthäuser heimsucht, um Lieder vorzutragen, die auf biblische Geschehnisse
zurückgehen. Der Brauch existiert zwar auch in anderen Orten Tirols und angrenzenden
Ländern, ist in Stans jedoch – durch den zehnjährigen Rhythmus und die ungewöhnlichen
Figuren und Masken – eine Besonderheit.

 

Bereich: Traditionelles Handwerk

Das Flammen von Keramik bezeichnet das Aufbringen eines wiedererkennbaren Musters auf Keramikteile. Erste Funde zu einer weiß-blau gefärbten Keramik stammen in der Gegend rund um Gmunden aus dem Jahre 1600, woraus sich die typische Dekortechnik, das „Geflammte“ bzw. das „Gmundnerische Geschirr“ entwickelte. Das Handwerk der Flammer*innen erlernt man in rund zwei Jahren, bei der auf nachhaltige und lokale Produktion Wert gelegt wird.
Typisch sind Muster in Schleifen oder Schlingen, in Streifen, Wellen oder Bögen. Die grüne Bänderung in Verbindung mit dem weißen Glasurgrund bildet das typische
„Grüngeflammte“, das auf Geschirr und Dekorgegenstände angebracht wird.

 

Das Trockensteinmauern ist in Österreich schriftlich seit dem 12. Jh. belegt und wurde
vorwiegend in landwirtschaftlichen Bereichen für Weinterrassen, Almeinfriedungen,
Forstwege, den Eisenbahnbau uvm. eingesetzt. Trockenmauern entstehen durch das
Aufeinanderstapeln von Steinen, die ohne andere Materialien, außer trockener Erde,
miteinander verbunden sind und deren strukturelle Stabilität durch die sorgfältige Auswahl und Platzierung der Steine gewährleistet wird. Auch heute noch ist er wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft und -gestaltung. Vor allem Winzer*innen kehren heute von anderen
Baumaterialien wieder zu reinen Trockensteinmauern zurück.

 

Alle drei Neueintragungen inklusive weiterführender Informationen sowie Bilder finden Sie online im Österreichischen Verzeichnis.

Weiterführende Information zum Immateriellen Kulturerbe

Immaterielles Kulturerbe ist nicht Welterbe – Eine Begriffsklärung

 

Das Österreichische Verzeichnis umfasst nun aktuell 136 Eintragungen:

11 aus dem Bereich „mündliche überlieferte Ausdrucksformen“, einschließlich der Sprache als Trägerin des Immateriellen Kulturerbes“

24 aus dem Bereich „Darstellende Künste“

55 aus dem Bereich „Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste“

15 aus dem Bereich „Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum“

31 aus dem Bereich „Traditionelle Handwerkstechniken“.

 

Link zum gesamten Österreichischen Verzeichnis

 

Auf Instagram werden einzelne Traditionen regelmäßig vorgestellt:

@livingheritage_at #intangibleculturalheritageaustria #livingheritage

 

Pressekontakt:

Mag. Sabine Wolfgang

Mail: office@sabinewolfgang.com

im Namen der Österreichischen UNESCO-Kommission

 

Weiterführende Fragen bitte direkt an:

Cristina Biasetto, MA BA

Tel: (1) 526 13 01-16

Mail: biasetto@unesco.at

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